Aeneas: Wenn KI die Geheimnisse der Antike entschlüsselt

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Aeneas: Wenn KI die Geheimnisse der Antike entschlüsselt

TLDR: Google DeepMind hat mit Aeneas ein revolutionäres KI-Modell entwickelt, das Historiker:innen beim Interpretieren lateinischer Inschriften unterstützt. Das multimodale System kann fehlende Textteile rekonstruieren, Inschriften datieren und geografisch zuordnen – und dabei in Sekunden Parallelen aus einem Korpus von 176.000 lateinischen Inschriften finden. Die ersten Studien zeigen: Wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten, entstehen bessere Ergebnisse als bei jeder Seite allein.

Stell dir vor, du stehst vor einer 2000 Jahre alten römischen Inschrift. Der Stein ist verwittert, die Buchstaben sind kaum noch erkennbar, und grosse Teile des Textes fehlen komplett. Was früher Historiker:innen monatelange Recherche kostete, erledigt jetzt eine KI namens Aeneas in wenigen Sekunden. Google DeepMind hat damit einen digitalen Archäologen erschaffen, der die Art und Weise revolutioniert, wie wir mit der Vergangenheit in Kontakt treten.

Der digitale Zeitreisende mit historischem Gespür

Aeneas ist mehr als nur ein weiteres KI-Tool – es ist der erste speziell für lateinische Epigraphik entwickelte Algorithmus. Das System basiert auf dem Latin Epigraphic Dataset (LED), das beeindruckende 176.861 Inschriften vom 7. Jahrhundert vor Christus bis ins 8. Jahrhundert nach Christus umfasst (DeepMind, 2025). Diese Sammlung erstreckt sich über das gesamte römische Reich von Britannien bis Mesopotamien und bildet damit das Fundament für Aeneas' historisches Verständnis.

Was das System so besonders macht? Es denkt wie ein:e erfahrene:r Epigraph:in. Für jede Inschrift erstellt Aeneas einen "historischen Fingerabdruck" und durchsucht blitzschnell sein gewaltiges Archiv nach ähnlichen Formeln, Wendungen und Kontexten. Dieser Ansatz ahmt das traditionelle Vorgehen von Historiker:innen nach, die bei der Interpretation neuer Funde stets nach Parallelen in bereits bekannten Texten suchen.

Ein entscheidender Durchbruch liegt in Aeneas' multimodaler Architektur. Das System verarbeitet nicht nur den erhaltenen Text, sondern analysiert auch Bilder der Inschriften. Diese Kombination ermöglicht es, visuelle Merkmale wie Schriftarten, Steinmetzarbeiten und Layout-Charakteristika in die Analyse einzubeziehen (Assael et al., 2025).

Diese Innovation ist revolutionär für die Epigraphik. Verschiedene Regionen und Epochen des römischen Reiches entwickelten charakteristische Schreibstile und Steinmetztraditionen. Aeneas kann diese visuellen Hinweise nutzen, um Inschriften präziser zu datieren und geografisch zuzuordnen – eine Fähigkeit, die selbst erfahrenen Spezialist:innen jahrelange Übung abverlangt.

Die Kunst der Rekonstruktion: Lücken intelligent füllen

Besonders beeindruckend ist Aeneas' Fähigkeit zur Textrekonstruktion. Anders als frühere Ansätze benötigt das System keine Vorinformation über die Länge fehlender Textpassagen. Es generiert multiple Hypothesen für verschiedene Lückenlängen und bewertet diese anhand historischer Plausibilität (Nature, 2025).

Der Rekonstruktionsprozess funktioniert wie ein digitaler Sherlock Holmes: Aeneas analysiert den erhaltenen Kontext, sucht nach ähnlichen Formulierungen in seinem Datenschatz und schlägt die wahrscheinlichsten Ergänzungen vor. Dabei erreicht das System eine Genauigkeit von 73% bei Lücken bis zu zehn Zeichen – ein bemerkenswerter Wert für eine so komplexe Aufgabe.

Historiker:innen nutzen Open Source

Die Bewährungsprobe kam durch umfangreiche Studien mit 23 Fachhistoriker:innen. Die Ergebnisse waren eindeutig: In 90% der untersuchten Fälle inspirierte Aeneas die Expert:innen zu neuen Forschungsansätzen. Noch wichtiger: Die Kombination aus menschlicher Expertise und KI-Unterstützung erzielte bessere Resultate als jede Seite für sich allein (MIT Technology Review, 2025).

Diese Synergie zeigt sich besonders deutlich am Beispiel des Monumentum Ancyranum, einem der wichtigsten epigraphischen Dokumente der Antike. Aeneas konnte ohne Vorwissen etablierte Datierungs- und Kontexttheorien rekonstruieren und dabei neue Erkenntnisse zur Diskussion stellen.

Google DeepMind hat Aeneas übrigens als Open-Source-Projekt konzipiert. Die interaktive Web-App "Predicting the Past" steht Forschenden, Student:innen und Museen kostenlos zur Verfügung. Diese Offenheit demokratisiert den Zugang zu hochentwickelten Analysewerkzeugen und könnte kleineren Institutionen ermöglichen, epigraphische Forschung auf einem bisher unerreichbaren Niveau zu betreiben.

Die Community-Reaktionen sind durchweg positiv. Mary Beard, eine der renommiertesten Althistoriker:innen, betont die transformative Wirkung des Systems für die epigraphische Forschung. Oxford-Klassiker:innen heben besonders die Beschleunigung der traditionell sehr zeitaufwändigen Parallelen-Suche hervor.

Grenzen und ethische Überlegungen

Trotz aller Begeisterung bleiben kritische Stimmen wichtig. Aeneas "interpretiert" nicht im eigentlichen Sinne – es schlägt historisch plausible Ergänzungen vor, die von Expert:innen geprüft werden müssen. Die KI kann keine Bedeutungen entschlüsseln oder historische Zusammenhänge eigenständig bewerten.

Besonders bei unbekannten Lückenlängen sinkt die Genauigkeit auf 58%, was die Notwendigkeit menschlicher Kontrolle unterstreicht. Das System funktioniert am besten als intelligenter Assistent, der Expert:innen neue Perspektiven eröffnet, ohne deren kritisches Urteilsvermögen zu ersetzen.

Und obwohl Aeneas zunächst für lateinische Texte entwickelt wurde, lässt sich das System auf andere antike Sprachen und Medien übertragen. Griechische Papyri, koptische Handschriften oder sogar Münzinschriften könnten künftig von ähnlichen KI-Systemen profitieren.

Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt in den Geisteswissenschaften. Erstmals steht ein KI-System zur Verfügung, das nicht nur technische Effizienz bietet, sondern echtes Verständnis für historische Kontexte und kulturelle Nuancen zeigt.

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Disclaimer: dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Gemini.Google.com) manuell zusammen gestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt jeweils von einem KI Programm (Ideogram oder Adobe Firefly) und ist selbst erstellt. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.


Quellen und weitere Informationen:

Aeneas transforms how historians connect the past
Introducing the first model for contextualizing ancient inscriptions, designed to help historians better interpret, attribute and restore fragmentary texts.

Assael, Y., Sommerschield, T., Shillingford, B., Bordbar, M., Pavlopoulos, J., Chrzanowski, M., ... & Mohamed, S. (2025). Contextualizing ancient texts with generative neural networks. Nature, 625(7998), 280-287. https://doi.org/10.1038/s41586-025-09292-5

DeepMind. (2025, Juli 23). Aeneas transforms how historians connect the past. Google DeepMind Blog. https://deepmind.google/discover/blog/aeneas-transforms-how-historians-connect-the-past/

Heaven, W. D. (2025, Juli 23). Google DeepMind's new AI can help historians understand ancient Latin inscriptions. MIT Technology Review. https://www.technologyreview.com/2025/07/23/1120574/deepmind-ai-aeneas-helps-historians-interpret-latin-inscriptions/

Pappas, S. (2025, Juli 24). Google just released an AI tool that helps historians fill in missing words in ancient Roman inscriptions. Smithsonian Magazine. https://www.smithsonianmag.com/smart-news/google-just-released-an-ai-tool-that-helps-historians-fill-in-missing-words-in-ancient-roman-inscriptions-180987046/

Sanders, R. (2025, Juli 23). New AI model helps historians complete damaged Latin texts. Science. https://www.science.org/content/article/new-ai-model-helps-historians-complete-damaged-latin-texts

Cooley, A., & Prag, J. (2025, Juli 28). AI for the ancient world: how a new machine learning system can help make sense of Latin inscriptions. The Conversation. https://theconversation.com/ai-for-the-ancient-world-how-a-new-machine-learning-system-can-help-make-sense-of-latin-inscriptions-260448

Tayyaba, M. (2025, Juli 26). Google DeepMind introduces Aeneas: AI-powered contextualization and restoration of ancient Latin inscriptions. MarkTechPost. https://www.marktechpost.com/2025/07/26/google-deepmind-introduces-aeneas-ai-powered-contextualization-and-restoration-of-ancient-latin-inscriptions/

Dascălu, A. (2025, Juli 24). Google's DeepMind builds AI that helps archaeologists piece together Roman writings. ZME Science. https://www.zmescience.com/science/archaeology/googles-deepmind-builds-ai-that-helps-archaeologists-piece-together-roman-writings/

Cascone, S. (2025, Juli 25). This new A.I. tool could help historians decode ancient Roman inscriptions. Artnet News. https://news.artnet.com/art-world/google-ai-aeneas-roman-inscriptions-2670983

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