KI im Rettungswesen: Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden

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KI im Rettungswesen: Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden
Rettungsleitstelle, in der KI aus vagen Notrufangaben sofort präzise Einsatzorte erzeugt.Bild von Ideogram.Ai von Roger Basler de Roca

TLDR: In Deutschland fehlt bei 30 Prozent aller Notrufe die GPS-Standortübermittlung – und das kostet wertvolle Zeit. Ein innovatives KI-Projekt des DRK Bodensee-Oberschwaben zeigt, wie künstliche Intelligenz Leben retten kann, indem sie Rettungskräfte binnen Sekunden zum richtigen Einsatzort führt. Gleichzeitig startet ein bundesweiter Pilotbetrieb für die präzisere Ortung von Polizeinotrufen. Was nach technischer Spielerei klingt, ist eine Revolution für das Rettungswesen – mit enormem Potenzial für die gesamte Gesellschaft.

Die Sekunden-Frage: Warum Ortung Leben rettet

Stell dir vor: Ein schwerer Verkehrsunfall auf einer Landstrasse, der verletzte Fahrer ist ansprechbar, aber orientierungslos. Der Anrufer will helfen, kann aber den genauen Standort nicht beschreiben. Für die Mitarbeiter:innen in den Rettungsleitstellen ist das kein Ausnahmefall, sondern belastende Routine. Bei etwa jedem dritten Notruf über die 112 funktioniert die automatische Standortübermittlung per GPS nicht oder nur verzögert – besonders häufig in Grenzregionen, wo sich Mobiltelefone ins ausländische Netz einwählen.

Die Folge: Wertvolle Minuten gehen verloren, während gestresste Anrufer:innen versuchen, ihren Standort zu beschreiben. Minuten, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können. Genau hier setzt das innovative Projekt "112 – KI rettet Leben" des DRK Rettungsdienstes Bodensee-Oberschwaben an.

Wenn die Kirche zum Lebensretter wird

Das Grundprinzip der KI-Lösung ist so einfach wie wirkungsvoll: Wenn die automatische GPS-Übermittlung versagt, fordert das System den Anrufer auf, markante Gebäude oder Orientierungspunkte in der Umgebung zu beschreiben – eine Kirche, eine Brücke, ein auffälliges Geschäft. Die künstliche Intelligenz gleicht diese Angaben dann mit Open-Source-Geodaten ab und schlägt mögliche Einsatzorte vor.

In simulierten Testläufen mit fiktiven Notrufen konnte die Zahl der infrage kommenden Standorte von durchschnittlich 20 auf nur noch drei reduziert werden. Das bedeutet: Statt minutenlang verschiedene Möglichkeiten abzutelefonieren, können die Disponent:innen in der Leitstelle schnell die wahrscheinlichsten Orte identifizieren und die Rettungskräfte losschicken.

Jörg Pfeifer, Fachbereichsleiter beim DRK Bodensee-Oberschwaben, erklärt die Dringlichkeit: "In etwa 30 Prozent der Fälle funktioniert die automatische Standortübertragung nicht oder nur verzögert. Das ist vor allem in Grenzregionen problematisch." Die KI-Lösung bietet hier deutlich mehr Handlungssicherheit für die Mitarbeitenden und kann das therapiefreie Intervall der Patient:innen erheblich reduzieren.

Von der Simulation zur Realität

Das Projekt befindet sich aktuell in einer simulierten Testumgebung – die echte Implementierung in die Leitstellensysteme steht noch aus. Der Grund: Es fehlen bislang die nötigen Fördermittel für die nächste Projektphase. Doch das Interesse ist gross: Das internationale Projektteam der Digital Product School vom Unternehmertum München arbeitet bereits an der Entwicklung einer praxistauglichen Lösung.

Was das Projekt besonders macht, ist seine Ausrichtung: Dem Team geht es ausdrücklich nicht um die Entwicklung eines kommerziellen Produkts, sondern um die Verbesserung der Gesamtsituation für die Gesellschaft bei Hilfeersuchen am Notruf. Diese gemeinnützige Perspektive wurde auch vom Civic Coding Ideenwettbewerb der Bundesregierung prämiert.

Sollte sich das System im Realbetrieb bewähren, könnte es landesweit in Baden-Württemberg und darüber hinaus eingeführt werden. Udo Bangerter, Sprecher des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, sieht grosses Potenzial: "Sollte sich das Projekt als erfolgreich erweisen, könnte es von den anderen Rettungsleitstellen in Baden-Württemberg übernommen werden."

Parallel-Entwicklung: AML für den Polizeinotruf 110

Während das DRK an KI-gestützter Ortung arbeitet, läuft parallel ein weiteres innovatives Projekt: Die bundesweite Einführung von Advanced Mobile Location (AML) für den Polizeinotruf 110. Diese Technologie funktioniert bereits seit 2019 für die Notrufnummer 112 und ermöglicht eine präzise automatische Standortübermittlung bei Smartphone-Anrufen.

Bisher musste die Polizei den Standort eines Mobilfunkgeräts über Funkzellenabfragen bei Netzbetreibern ermitteln – ein zeitaufwendiges Verfahren mit geringer Genauigkeit, da Funkzellen mehrere Kilometer gross sein können. In besonders kritischen Fällen kamen IMSI-Catcher zum Einsatz, mobile Geräte, die als Basisstation eine Funkzelle simulieren. Doch auch hier vergeht wertvolle Zeit, bis die Technik am Einsatzort ist.

Mit AML werden die Standortdaten für genau 60 Minuten verschlüsselt auf einem zentralen Server vorgehalten und können von den Leitstellen abgerufen werden. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Daten automatisch und unwiederbringlich gelöscht – ein wichtiger Aspekt für den Datenschutz.

Der steinige Weg zur bundesweiten Umsetzung

Die Einführung von AML für die 110 ist komplexer als gedacht. Da Gefahrenabwehrrecht und Polizeirecht Ländersache sind, muss jedes Bundesland eigenständig die rechtlichen und technischen Voraussetzungen schaffen. Baden-Württemberg übernahm die Vorreiterrolle und startete im Juni 2024 einen landesweiten Pilotbetrieb.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz, Prof. Dr. Tobias Keber, stimmte diesem Pilotbetrieb zu – allerdings mit strengen Auflagen: AML darf ausschliesslich zur Gefahrenabwehr und mit strikter Zweckbindung eingesetzt werden. Es gilt das vom Bundesverfassungsgericht definierte "Doppeltürprinzip": Sowohl für die Datenübermittlung durch Baden-Württemberg als Betreiber des zentralen AML-Endpunkts als auch für den Datenabruf durch andere Bundesländer sind gesonderte gesetzliche Befugnisnormen erforderlich.

Inzwischen haben sich mehrere Bundesländer dem Pilotprojekt angeschlossen. Schleswig-Holstein nutzt AML seit Mitte Oktober 2024, Hessen seit Anfang Oktober. Niedersachsen steht kurz vor der Betriebsaufnahme, während Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz die Pilotierung vorbereiten.

Datenschutz als Innovationsbremse?

Die zögerliche Einführung von AML zeigt ein grundsätzliches Dilemma: Wie balancieren wir den Schutz persönlicher Daten mit dem potenziellen Nutzen für die öffentliche Sicherheit? Während manche die datenschutzrechtlichen Bedenken als übertriebene Bürokratie kritisieren, argumentieren andere, dass gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Standorterfassung strenge Regelungen unerlässlich sind.

Die Lösung liegt vermutlich in der Mitte: Klare gesetzliche Regelungen mit strikter Zweckbindung, kombiniert mit technischen Schutzmassnahmen wie der automatischen Löschung nach 60 Minuten, schaffen einen Rahmen, in dem Innovation und Datenschutz koexistieren können. Die transparente Kommunikation der Länder über ihre Pilotprojekte und die enge Abstimmung mit den Datenschutzbeauftragten zeigen, dass dieser Balanceakt möglich ist.

KI im Rettungswesen: Ergänzung, nicht Ersatz

Beide Projekte – die KI-gestützte Ortung des DRK und die AML-Einführung für die 110 – verdeutlichen eine zentrale Erkenntnis: Künstliche Intelligenz und moderne Technologien ersetzen nicht die menschliche Kompetenz der Leitstellen-Mitarbeiter:innen, sondern ergänzen sie. Die KI übernimmt zeitaufwendige Abgleiche mit Geodatenbanken, während die erfahrenen Disponent:innen die Entscheidungen treffen und den Kontakt zu den Hilfesuchenden halten.

Das DRK Bodensee-Oberschwaben setzt bereits jetzt auf technologische Unterstützung: Eine Sprachsoftware übersetzt die Worte fremdsprachiger Anrufer:innen sekundenschnell und zeigt sie den Mitarbeiter:innen auf Deutsch an. Jörg Pfeifer betont allerdings: "Künstliche Intelligenz wird dabei aber nicht eingesetzt." Der Unterschied ist wichtig: Während Übersetzungssoftware regelbasiert arbeitet, lernt die KI-Ortung aus Datenbeständen und kann auch mit ungenauen oder unvollständigen Beschreibungen umgehen.

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Disclaimer: dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Gemini.Google.com) manuell zusammen gestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt jeweils von einem KI Programm (Ideogram oder Adobe Firefly) und ist selbst erstellt. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.

Quellenverzeichnis

Bangerter, U. (2024). Stellungnahme zur möglichen Übernahme des AML-Systems durch andere Rettungsleitstellen in Baden-Württemberg. DRK-Landesverband Baden-Württemberg. https://www.drk-baden-wuerttemberg.de/aktuell/meldungen/meldung/digitalfunkintegration-in-allen-integrierten-leitstellen-baden-wuerttembergs-offiziell-abgeschlossen.html

Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl. (2024). 112 – KI rettet Leben. https://civic-innovation.de/wettbewerb/praemierte-ideen/runde-3/112-ki-rettet-leben

Stock, I. (2024, 28. November). Pilotprojekt: Polizei nutzt AML für präzisere Ortung von Notrufen. heise online. https://www.heise.de/news/Pilotprojekt-Polizei-nutzt-AML-fuer-praezisere-Ortung-von-Notrufen-10178933.html

Wagner, C. (2025, 19. November). Wie Künstliche Intelligenz bei Notrufen helfen könnte. heise online. https://www.heise.de/news/Wie-Kuenstliche-Intelligenz-bei-Notrufen-helfen-koennte-11084147.html

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