Wie eine Plattform aus Tansania Klimadaten in Entscheidungen übersetzt
TLDR: Die UN haben im Oktober 2026 Upendo Ernest Lyimo aus Tansania mit dem AI for Climate Action Award ausgezeichnet. Ihre Open-Source-Plattform CLIMAID verbindet Satellitenbilder, Klimadaten und Haushaltsbefragungen zu Risikokarten für einzelne Bezirke. Der Preis zeigt, wo KI in der Klimaanpassung am meisten bewirkt: an der Stelle, an der aus Daten eine Entscheidung werden muss.
Daten gibt es genug, sie kommen nur nicht an
In vielen Ländern, die der Klimawandel am stärksten trifft, fehlt es selten an Messungen. Satelliten erfassen Niederschlag, Vegetation und Bodenfeuchte täglich. Wetterdienste führen Zeitreihen über Jahrzehnte. Hilfsorganisationen befragen Haushalte zu Einkommen, Ernten und Verlusten. Nur liegen diese Quellen in getrennten Systemen, in unterschiedlichen Formaten und bei unterschiedlichen Stellen.
Wer auf Bezirksebene entscheiden muss, wo ein Brunnen gebaut, wo Saatgut verteilt oder wo eine Frühwarnung ausgegeben wird, steht vor einem Puzzle ohne Vorlage. Entscheidungen folgen dann der Verfügbarkeit von Personal, politischen Prioritäten oder dem letzten Ereignis. Die Daten wären vorhanden. Sie erreichen nur nicht den Ort, an dem entschieden wird.
Was CLIMAID macht
CLIMAID setzt an dieser Schnittstelle an. Die Plattform kombiniert Klima- und Satellitendaten mit Geodaten und mit Erhebungen darüber, wie verletzlich einzelne Haushalte sind. Daraus entstehen Risikokarten auf Bezirksebene, Prognosen für Dürren sowie Grundlagen für Frühwarnsysteme und Anpassungspläne.
Ein zweiter Einsatzbereich ist weniger sichtbar, politisch aber heikel: die Bewertung von Verlusten und Schäden durch den Klimawandel. Dazu zählen auch Schäden, die sich nicht in Geld ausdrücken lassen, etwa der Verlust von traditionellem Wissen oder kultureller Identität. Wer solche Schäden belegen kann, hat bessere Chancen auf Mittel aus der internationalen Klimafinanzierung. CLIMAID soll helfen, betroffene Haushalte zu identifizieren und Gelder dorthin zu lenken, wo sie am meisten bewirken.
Lyimo hat in Tansania mit Gemeinschaften geforscht, die unter Dürren und Überschwemmungen leiden. Dabei hat sie erlebt, wie verstreut die Belege für diese Schäden sind und wie selten sie in Entscheidungen einfliessen. Tansania versteht sie als Startpunkt, nicht als Grenze. Die Plattform ist so gebaut, dass andere Länder sie übernehmen und anpassen können.
Ein Preis, der Zugang statt Geld vergibt
Der AI for Climate Action Award wird vom Technologiemechanismus der UN-Klimarahmenkonvention vergeben, gemeinsam mit dem Climate Technology Centre and Network und der koreanischen Entwicklungsagentur KOICA. Zugelassen sind ausschliesslich Open-Source-Lösungen, die in oder für die am wenigsten entwickelten Länder und kleine Inselstaaten entstehen. Ein Preisgeld gibt es nicht. Die Gewinnerin erhält die Reise an die Klimakonferenz COP31 in Antalya im November 2026 und damit eine Bühne vor Regierungen, Forschung und Geldgebern.
Diese Konstruktion sagt viel darüber, was in der Klimaanpassung knapp ist. Gute Ideen entstehen an vielen Orten. Schwer zu bekommen sind Partner, Finanzierung und ein Platz in den Gremien, in denen Prioritäten gesetzt werden. Genau dort setzt der Preis an.
Die Bekanntgabe fand Mitte Oktober am AI for Climate Action Forum in Phnom Penh statt. Neben CLIMAID standen vier weitere Projekte im Finale: Ai-Moris aus Indonesien, FirePredict aus Tansania, ClimateVoice AI aus Mali und der Climate Action Copilot aus Bangladesch, der Regierungen helfen soll, gefährdete Gemeinden zu identifizieren und Investitionen in die Anpassung zu priorisieren. Alle fünf Teams entwickeln für die Regionen, aus denen sie stammen. Im Vorjahr gewann Alisa Luangrath aus Laos mit einem KI-System für Landwirtschaft und Bewässerung. Damals waren über 600 Bewerbungen aus 110 Ländern eingegangen.
Was Entscheider:innen daraus mitnehmen können
Die Logik hinter CLIMAID lässt sich auf viele Organisationen übertragen. Auch in Unternehmen und Verwaltungen liegen die relevanten Daten meist schon vor, verteilt auf Abteilungen und Systeme. Investiert wird trotzdem oft in noch mehr Erfassung, in neue Sensoren und neue Dashboards. Der Nutzen entscheidet sich aber beim Schritt von der Information zur Priorisierung: Wer bekommt zuerst Ressourcen, und mit welcher Begründung?
Ein zweiter Punkt betrifft Offenheit. Ein Open-Source-Werkzeug kann ein Nachbarland übernehmen, prüfen und anpassen, ohne Lizenzverhandlungen. Sophie De Coninck von UN Climate Change hat bei der Preisverleihung betont, KI müsse die technologische Kluft zwischen Ländern verkleinern statt sie zu vergrössern. Offene Werkzeuge sind eine der wenigen Bedingungen, unter denen das realistisch wird.
Wer Klimaanpassung verbessern will, braucht weniger neue Daten als Werkzeuge, die vorhandene Daten in eine Reihenfolge bringen.
Die wichtigsten Punkte zum Schluss
- Upendo Ernest Lyimo aus Tansania gewinnt mit der Open-Source-Plattform CLIMAID den AI for Climate Action Award 2026 der UN.
- CLIMAID verknüpft Satelliten-, Klima- und Haushaltsdaten zu Risikokarten, Dürreprognosen und Grundlagen für Frühwarnsysteme.
- Die Plattform unterstützt auch die Bewertung klimabedingter Verluste und Schäden, einschliesslich solcher, die sich nicht in Geld messen lassen.
- Der Preis vergibt kein Geld, sondern Zugang: einen Auftritt an der COP31 in Antalya und Sichtbarkeit über die Kanäle der UN.
- Zugelassen sind nur Open-Source-Lösungen für die am wenigsten entwickelten Länder und kleine Inselstaaten.
- Der Nutzen von KI entsteht hier dort, wo Daten zu Prioritäten werden.
Disclaimer
Dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Gemini.Google.com) manuell zusammengestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt aus KI-generierter Bildgebung (GPT Image via Higgsfield). Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.
Und darum bin ich nach wie vor überzeugt: Die Zukunft gehört nicht mehr dem Tippen und Klicken, sondern dem gemAInsamen Arbeiten mit intelligenten Systemen, die verstreutes Wissen dorthin bringen, wo entschieden wird. Also wenn Du reden willst, und wenn Du mit mir zusammenarbeiten willst: melde Dich gerne www.rogerbasler.ch
Quellen und weitere Informationen
Khmer Times. (2026, Oktober). Cambodia to host international forum on AI for climate action. https://www.khmertimeskh.com/502039433/cambodia-to-host-international-forum-on-ai-for-climate-action
Opportunity Desk. (2026, 20. Juni). UNFCCC Technology Mechanism AI for Climate Action Award 2026. https://opportunitydesk.org/2026/06/20/unfccc-technology-mechanism-ai-for-climate-action-award-2026/
The Climate Watch. (2026, 10. Oktober). Bangladesh’s AI climate adaptation tool among five finalists for UN Climate Action Award 2026. https://theclimatewatch.com/bangladeshs-ai-climate-adaptation-tool-among-five-finalists-for-un-climate-action-award-2026/
United Nations Climate Change. (2026, 13. Oktober). Tanzanian innovator wins UN Climate Change AI for Climate Action Award 2026. https://unfccc.int/news/tanzanian-innovator-wins-un-climate-change-ai-for-climate-action-award-2026
United Nations Climate Change. (o. J.). Technology Mechanism Initiative on AI for Climate Action. https://unfccc.int/ttclear/artificial_intelligence